The Longing: Dieses Spiel dauert wunderbare 9600 Stunden

The Longing ist wohl das Spiel mit der meisten Spielzeit. Denn um das Adventure aus deutschem Hause durchzuspielen brauchst du 400 Tage!

Das ist The Longing: The Longing ist ein Indie-Adventure, das aus Deutschland kommt. Es gewann einige Preise auf dem Independent Games Festival und begeisterte schon damals viele Spieler.

In The Longing geht es im Grunde nur um das Gefühl des Wartens — oder doch nicht? Denn 400 Tage (bzw. 9600 Stunden) sind nicht randvoll gefüllt mit Gameplay. Viel mehr versucht dich das Spiel an deine Grenzen zu bringen.

Gameplay von The Longing: Wir warten bis sich Felsformationen bilden!

Daraus besteht das Gameplay: Der König muss regieren, doch er schläft. Er wird nicht morgen aufwachen und nicht am Tag darauf. Im Gegenteil, es fühlt sich so an, als würde er nie erwachen. Dabei weißt du immer ganz genau, wie lange es noch bis zum Erwachen deines Königs dauert.

Die Zeit einfach abzusitzen ist aber nicht Ziel des Spiels und das wird deinen König auch nicht lebendiger machen. Du musst innerhalb dieser 400 Tage verschiedene Point-And-Click-Aufgaben erledigen. So wartest du beispielsweise darauf, dass sich ein Stalaktit durch Erosion von der Decke löst und den Weg über einen Abgrund bereitstellt.

An einer anderen Stelle musst du darauf warten, dass sich ein Einsturz in einer Höhle mit Wasser füllt. Du wartest dann mehrere echte Monate darauf, dass die Tropfen, die von der Decke fallen, endlich das Loch füllen. Erst dann kannst du dein Abenteuer fortsetzen.

Während der 400 Tage, die übrigens auch verstreichen, wenn du das Spiel nicht geöffnet hast, kannst du noch anderen Aufgaben nachgehen als der Hauptquest. Du kannst unter anderem das komplette Buch Moby Dick lesen — im Ernst, das ist vollständig im Spiel enthalten.

Optional kannst du auch Malen und Dekoration aus anderen Teilen des Schlosses stehlen, um deine eigene Kammer zu verschönern. Der Clou an der Sache: Je schöner und voller deine Kammer, desto schneller vergeht die Zeit!

Ist das Kunst oder kann das in den Müll? Viele User im Netz halten The Longing für ein einfaches Experiment, das im besten Falle eine Parodie auf Servicegames und im schlechtesten Fall gar nichts ist und bedeutet. Dabei steckt so viel mehr hinter dem unscheinbaren Spiel.

Während du 400 Tage mit dem Protagonisten Shade verbringst, verändert sich deine Beziehung zu ihm. Anfangs wirkt er wie ein kleiner armseliger Diener eines Königs, der versteinert auf seinem Thron hockt.

Später hingegen baust du Empathie zu diesem kleinen Kerlchen auf und verstehst seine Denkweise. Da außerdem sonst nicht viel passiert, ist es herzerwärmend, wenn der Shade auf einen kleinen neuen Freund mit acht Beinen stößt und sich kurz mit ihm unterhält.

Zudem fühlen sich Areale, die zu Beginn gruselig und düster erschienen, im Laufe der Zeit auf eine komische Art und Weise heimisch und vertraut an.

The Longing ist also mehr, als ihm nachgesagt wird. Ich kann es dir nur wärmstens empfehlen! Ich möchte zudem nicht zu viel von der Magie des Spiels preisgeben, weshalb ich dir nur raten kann, es für aktuell 11,99 € bei Steam im Sale zu ergattern!

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Kevin Willing
Ich breche die vierte Wand und spreche anders als meine Kollegen von mir selbst in der ersten Person -- ist wahr, sieh nach. Außerdem ziehe ich Sci-Fi-Rollenspiele denen mit Fantasy-Setting vor.